Interview mit Peter Wimmer ( M 60 ) SC Roth 1952

Peter Wimmer, Jg. 37,
amtierender Deutscher Meister ( M 60 )

seit 1997 Rentner, vorher Graveur und Drucker.
Seine früheren sportlichen Hobbies waren Bergsteigen und Klettern, seit 1987 genießt er das Laufen. Der sympathische Nürnberger trainiert und startet für den mittelfränkischen Sportclub Roth 1952.

Sein Training: am Tage ca. 3 bis 4 Stunden Laufen und Athletik und dies 5 bis 6 mal wöchentlich (!)

Bestzeiten:
Marathon 2:42:48 Std. 1989 in Bogen
100 km 7:33:46 Std. 1991 in Rodenbach
100 km in der M 60 8:02:37 Std. 1999 in Endingen (Weltbestzeit)

100 km in der M 60 8:00:37 Std. 2000 in Leipzig (Weltbestzeit)


1. Wie und wann bist Du zum Laufen gekommen?
... Ich bin 1986 mit 49 Jahren durch einen Arbeitskollegen zum Laufen gekommen. Angefangen habe ich im Reichswald mit ca. 10 km, 2 x wöchentlich.

2. "Bereust" Du es, nicht schon etwas eher in Deinem Leben mit dem Laufen begonnen zu haben?
... Ja, ich bereue es. Durch die Schichtarbeit blieb mir wenig Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mich in meiner Freizeit sportlich betätigen könnte. In meiner freien Zeit war ich mit Renovieren beschäftigt.

3. Du besitzt zahlreiche Meistertitel. Was motiviert Dich noch?
... Am meisten motiviert mich noch, meine eigene Weltbestzeit über 100 km unter 8.00 Stunden zu unterbieten.

4. Was gibst Du Laufanfängern in Deiner Altersklasse mit auf den Weg?
... Ich rate Laufänfängern um die 60 Jahre langsam die Distanz zu steigern, statt das Tempo, sprich, statt zu Rennen und seine Gelenke zu schädigen: "Laufen ohne Schnaufen".

5. Der schönste Augenblick in Deinem Läuferleben war bisher....
... Der schönste Augenblick in meinem Läuferleben war das überqueren der Zielliene beim 100 km-Lauf in Endingen 1999, als ich die Weltbestzeit der M60 in 8.02,37 Stunden aufstellte.

6. Woran denkst Du beim Laufen?
... Ich verarbeite beim Laufen verschiedene private Alltagsthemen, da die enorme Luftzufuhr beim Laufen den Kopf "frei" macht und alles leichter fällt.

7. Auf welcher Laufstrecke trainierst Du am liebsten?
... Ich laufe am liebsten im Reichswald um den Marienberg, Richtung Heroldsberg oder Lauf, wo keine Autos fahren.

8. Welches sind für Dich die schönsten Läufe?
... Die schönsten Läufe sind für mich der Ultraberglauf in Davos und der 100 km-Lauf in Rodenbach.

9. Der Sport, den Du nie betreiben würdest, ist......?
... Ich würde nie Autorennen fahren, da es nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch zur Raserei auf unseren Straßen verleiten könnte.

10. Wenn ich kein Läufer wäre, dann wäre ich.....geworden (Sportart)?
... Wenn ich kein Läufer geworden wäre, wäre ich Bergsteiger geworden, da mich die Alpen faszienieren.

11. Wann würdest Du einem Menschen vom Laufen abraten?
... wenn er zu verbissen bei der Erreichung von Bestzeiten ist und seine Gesundheit gefährdet.

12. Welche Läufe und Resultate hast Du für dieses Jahr schon zu Buche stehen?
... Dieses Jahr wurde ich in Rodenbach Deutscher Meister in der M60 über 100 km in 8.18 Stunden und 5. Gesamt in Marburg beim 100 km Nacht-Lauf. Aktuell jetzt auch die Weltbestleistung über 100 km bei den Süddeutschen Meisterschaften in Leipzig. Herzlichen Glückwunsch, Peter!

13. Was sind Deine nächsten sportlichen Ziele?
... Meine nächsten sportlichen Ziele sind der 100er in Leipzig am 26.08. und mittelfristig über 100 km unter 8.00 Stunden zu laufen, um meine eigene Weltbestzeit zu unterbieten.

14. Welcher Wunsch soll für Dich noch in Erfüllung gehen?
... Mein größter läuferischer Wunsch wäre es, einmal mit meinem Sohn Robert ( wir haben ihn hier an dieser Stelle im Frühjahr vorgestellt, Anm. d. R.) und meinem Enkel Oliver (2 Jahre) gemeinsam einen Marathon zu laufen, falls ich dann noch gesund bin.

Das wünschen wir Dir, Peter.
Herzlichen Dank, daß Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast.

Die Fragen stellte Dirk Wackernagel.

© Dirk Wackernagel 1998-2002; http://www.lauftreff-franken.de ; E-Mail: dirk@lauftreff-franken.de