Two Ocean Marathon in Kapstadt

6 Uhr morgens am 22.4.2000! Endlich ist es soweit und 16 Wochen Training haben ein Ende. Der Startschuß fällt, und 9205 Läufer, darunter 36 Deutsche, setzen sich in Bewegung. Heute ist es zum Glück etwas kühler als die Tage vorher. Für uns Europäer sind es optimale Bedingungen.

Die ersten zehn Kilometer laufen wir in Richtung Berge. Die Südafrikaner stehen schon in aller Frühe an der Strecke und feuern die Läufer an. Die Stimmung wird während des Laufes immer besser und die Zuschauer ziehen uns regelrecht durch das Rennen.

Nach der Halbmarathon-Marke unterscheidet sich die Strecke von der ursprünglichen Route, da Chapman’s Peak wegen starker Straßenschäden für dieses Jahr gesperrt ist.

Ab Kilometer 26 geht es für 7 km den Ou Kaapse Weg auf 315m hoch. Unterstützt von guter Musik und optimaler Versorgung mit Getränken ist der erste "Höhepunkt" gut zu schaffen. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über das Sun Valley bis zum Atlantik. Wasser und isotonische Getränke werden in Plastikbeuteln gereicht, aus denen man auch beim Laufen gut trinken kann.

Nach der Marathon-Marke geht es für 6 km den Southern Cross Drive hoch, der links und rechts von einer üppigen Vegetation gesäumt wird. Die Zuschauerzahlen nehmen ständig zu - die Anfeuerungsrufe und Unterstützung sind unbeschreiblich. Jetzt weiß ich, daß ich die 56 km durchlaufen werde.

Das letzte Stück geht auf der Autobahn entlang zur alten Universität von Kapstadt. Die letzten 200 m laufen wir über das Rugby-Feld der Universität. Durch die Lautsprecher sind die Namen der "Finisher" zu hören. Geschafft!!! Im Zielbereich bekommt jeder Läufer seine Medaille und ein T-Shirt. Außerdem gibt es reichlich zu Essen und zu Trinken.

Jetzt weiß ich, daß sich die 16 Wochen Training für den Two Oceans rentiert haben. Nächstes Jahr möchte ich bei einem der schönsten Läufe der Welt auf jeden Fall wieder dabeisein.

Sandra Ickinger

© Dirk Wackernagel 1998-2003; http://www.lauftreff-franken.de ; E-Mail: dirk@lauftreff-franken.de