Bericht vom 2. Münchner Medien Marathon am 14. Oktober 2001
von Torsten Lytje

 

Hallo LäuferInnen,

der Medien Marathon in München ist nun ja schon eine Weile her, aber da im Forum fast nichts über den Medien Marathon in München stand, außer dem Bericht von Britta, so nun mein persönlicher Lauf.

Mittlerweile ist ja schon wieder Training für die Frühjahrsläufe angesagt. Der Morgen des 15.Oktober.2001 kündigte an, daß es ein wunderschöner oberbayrischer Herbsttag werden wird. Ideal für einen Marathon. Die Anreise zum Olympiagelände erfolgte mit dem Auto, was bei den Parplätzen in der Parkharfe hinterm Stadion auch kein Problem darstellt. Die Deutsche Bahn AG hatte für den Marathontag nämlich beschlossen, auf der S-Bahn-Tunnelstrecke Baumaßnahmen durchzuführen und deswegen nur eingleisig zu fahren, obwohl die Startnummer als MVV Ticket galt. Naja, bei den Baumaßnahmen muß halt der Marathon dran glauben wenn eine Woche voher noch Oktoberfest und danach schon die Computermesse "Systems" ist.

Aufgrund des wunderschönen Tages war die Entscheidung für die richtige Kleidung schnell gelöst, kurze Hose und Trägerhemd, alles andere wäre zu warm gewesen. Nun hatte man einen kleinen Lockerungsspraziergang von 10 min zur Zentralen Hochschulsportanlage (ZHS) vor sich, um seinen Kleidersack abzugeben. In den Katakomben der ZHS herrschte ein heilloses Gedränge. Bei zukünftig angestrebten 10.000 Startern ist es dort für die Kleiderabgabe zu eng. Nun war wieder 10 min Spaziergang zurück zum Olympiastadion angesagt, um sich hinter dem Stadion aufzuwärmen und sich dann dort am Spiriodon-Luois-Ring aufzustellen. Schöner wäre gewesen, wenn man die Kleider direkt am Start an LKW‘s abgeben könnte, wie z.B. Berlin oder Hamburg. Aber es funktionierte doch alles und ich denke, keiner kam zu spät zum Start.

Start – mein Ziel war unter 4 Stunden zu laufen, um das Ergebnis von Hamburg 4:03 unter die 4h Schwelle zu drücken. Beim Start motivierte mich noch ein Mitläufer, daß ich aussähe wie ein 3:30 Läufer, aber übertreiben wollte ich ja auch nicht. Auf dem schmalen Weg ging es dann um das Olympiagelände herum, auch hier würde es bei mehr Startern recht eng werden. Km 1 - welche Zeit bin ich gelaufen? 5:30min oder über 6:00min – Mist! Ich hatte vergessen die Uhr am Start zu drücken vor lauter Aufregung, naja dann muß ich immer zu den Zwischezeiten die ich auf den Arm geschrieben hatte immer 6 min dazu rechnen, und dann paßte es wieder, ist aber schon lästig. Wunderschöner Lauf ins Stadzentrum, wie schnell das geht gerade mal eine halbe Stunde. Von der Leopoldstraße wird abgebogen Richtung Königsplatz, da gab‘s plötzlich Gegenverkehr: Schmale Straße, geparkte Autos und die Läufer die den Königsplatz schon hinter sich hatten, kamen einem entgegen – so klein ist München auch nicht, daß man Strecken mit Gegenverkehr bräuchte. Wie Britta schon (im Forum schrieb, d.Red.), erster Verpflegungsstand nur Elektrolytdrink, keine Bananen, und das Zeug war so süß – keine Ahnung was das war, habe es ab sofort stehen gelassen. Nach Rückfrage bei einem Mitläufer, Bananen solls erst ab km 25 geben. Ja dann muß eben das Tütchen Powergel bis dahin reichen.

Dann Odeonsplatz erstmals viele Leute an der Strecke. Weiter Marienplatz hier war richtig Stimmung, und schön war, nach der Schleife zum Sendlingertorplatz kam man noch mal über den Marienplatz. Weiter duchs alte Rathaus zum Isartorplatz, Deutsches Museum und nach der Isarquerung bei km 16 die einzige größere Steigung hinauf den Rosenheimer Berg zum Ostbahnhof. Nun wurde es etwas dröge. Mittlerweile hatte ich auch den 4h Pacemaker eingeholt und freute mich als der etwas langsamer lief. Ich überholte ihn auf evtl. erreichbare 3:55h.

Die Strecke verlief hinter dem Ostbahnhof herum durch ein Industriegebiet, querte geschickt auf einem Zickzackkurs den mittleren Ring, Bahnlinie und Autobahn. Irgendwo da hatten sich die vom Champion-Chip-Team plaziert und meinten, das wäre jetzt nun die Hälfte (war auch so). Schade hierbei, daß es im München nur diese eine Zwischenzeit gibt und nicht 10km Zeiten oder wie Berlin sogar 5km Zwischenzeiten. Durch das schöne Bogenhausen verlief die Strecke sehr ruhig - eine Publikumsbegeisterung wie in Hamburg Ohlsdorf – gegen Null gehend, aber dann hat man ja seine Mitläufer, Dank, hierbei an die unbekannte Läuferin die mich hier öfters überholt hat sowie ich auch sie sodaß ich auf dieser Strecke eine gute Motivation hatte. Leider ist sie dann an der Verpflegungsstelle bei km 25 zurückgefallen, dort gab es dann auch erstmals Bananen. Ich lag die ganze Zeit gut in der Zeit, da ich auf 3:55h Endzeit 3 min Plus hatte. Plötzlich stellte ich fest, das die 3 min auf 4h Endzeit waren, na ja wenn das mal gut geht…

Dann das Isarufer hinunter zum Englischen Garten, da wurden die Läufer begeistert empfangen mit einer Wahnsinns-Stimmung. Diese Motivation braucht man bei km 28 auch. Bei km 31 bekam ich nochmal Powergel und eine Trinkflasche vom „persönlichen Betreuer“. Zurück in Schwabing hat mich dann der 4h Pacemaker eingeholt, aber der war eindeutig zu schnell – das motiviert nicht gerade, umsomehr motivierte die Stimmung bei der Querung der Leopoldstraße. Nun ging es nur noch zurück zum Olympiagelände ins Stadion, halt, da die Strecke fast zu kurz ist, hat man vor dem Olympiagelände eine nette Schleife von 2 km in der prallen Sonne, ohne Zuschauer eingebaut, muß denn sowas sein? Sonst liegt die Strecke größtenteils im Schatten, was auch sehr angenehm ist, an so einem traumhaften Oktobertag.

Am Fernsehturm war nochmal Musik und der Sprecher sagte; "Jeder der hier vorbei kommt, läuft unter 4h!", klingt ja super. Auf den letzten 2 km vor dem ZHS Stadion waren wieder viele Zuschauer. Da ist es einfach schöner, den Zieleinlauf in ein Stadion zu legen.

Auf den letzten Metern nochmal etwas anziehen und dann auf der Zielgeraden einen kurzen Sprint - oder was halt noch so geht.

Geschafft! Schön so ein Stadion. Der Rasen zum Entspannen und Ausruhen, eine einmalige Zielverpflegung Bananen, Äpfel, Wasser.

Zurück in die ZHS Katakomben, Duschen – Umziehen -vorläufige Urkunde abholen: 3:57:18 – geschafft!

Torsten

© Dirk Wackernagel 1998-2002; http://www.lauftreff-franken.de; E-Mail: dirk@lauftreff-franken.de