Das hässliche Laufschühchen
(Finish Line Nürnberg)
 
 

Es war einmal ein hässliches Laufschühchen, das fristete ein trauriges Dasein in den Schuhregalen der verschiedensten Laufsportgeschäfte des Landes. Immer wenn kaufinteressierte Kunden einen solchen Laden betraten sagten sie, „Was ist denn das für ein hässlicher Schuh?“ und kauften sich einen viel, viel schöneren!

Doch eines Tages kam ein Mann mit diversen Gelenkproblemen in einen Laden, ließ sich seinen Laufstil und die damit verbundene Fußstellung mithilfe eines Laufbands analysieren und testete daraufhin viele Paar Schuhe, wobei ihm jedoch keiner so richtig passen wollte. Als er schon kurz davor war aufzugeben und dem Laufsport „Lebewohl“ zu sagen entdeckte er unser hässliches Laufschühchen im Regal. Er fragte den Verkäufer, was denn mit diesem Schuh dort wäre und ob er ihn mal probieren dürfe. Der Verkäufer wunderte sich und fragte nach ob ihm der Schuh denn überhaupt gefalle. „Das ist mir doch ganz egal.“, entgegnete der Mann. „Wenn der Schuh passt, spielt das Aussehen keine Rolle. Ich muss mich wohl fühlen in einem Laufschuh, das ist das was zählt!“. Überrascht reichte der Verkäufer dem Herren das hässliche Laufschühchen und nachdem dieser ihn geschnürt hatte, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Er ging hinaus auf die Straße vor dem Laden, lief fünf Minuten und kam strahlend und überglücklich zurück. „Den nehme ich, das ist MEIN Schuh!“. Und auch unser hässliches Laufschühchen, das eigentlich gar nicht so hässlich war freute sich, dass es endlich in die weite Welt hinaus durfte und zeigen konnte, dass Funktionlität wichtiger als Aussehen ist. Und noch am gleichen Tag zogen der Mann und sein neuer Laufschuh los und sie liefen und liefen und liefen und wenn die Dämpfung unseres hässlichen Laufschühchen nicht nach 1200km ihre Arbeitsfähigkeit verloren hätte, dann liefen sie noch heute.

 

In jedem Märchen steckt auch eine gewisse Wahrheit! Und so ist es auch in diesem Beispiel. Die fragwürdige Rolle des Verkäufers in diesem Märchen sollte man hierbei keine größere Beachtung schenken.

Immer noch gehen zu viele Läufer, in erster Linie jedoch Läuferinnen beim Kauf eines neuen Laufschuhs nach der Optik. Auch wenn sich die Situation durch die Pionierarbeit diverser Fachzeitschriften und Laufsportfachgeschäfte gebessert hat, wird dem Aussehen des Laufschuhs immer noch ein zu hoher Stellenwert eingeräumt.

Das Entscheidende beim Laufschuhkauf war, ist und bleibt zum einen eine seriöse Vorauswahl mit Hilfe einer Laufbandanalyse durch einen Fachverkäufer  und zum anderen das persönliche Wohlbefinden in den (vor)ausgewählten Schuhen. Optimal ist natürlich ein Testen der in Frage kommenden Laufschuhe auf der Straße, wie es zum Beispiel bei der Firma Finish Line (Wilhelm-Späth-Str.15) in Nürnberg  möglich ist.  Dadurch kann der Kunde die verschiedenen Schuhe dort ausprobieren, wo er sie im Training letztlich  auch einsetzt. Praktische Erfahrungen zeigen, dass das Testen von Laufschuhen auf der Straße dem Testen auf dem Laufband vorzuziehen ist. Das liegt vor allem daran, dass viele Läufer oder Laufanfänger das joggen auf dem Band nicht gewohnt sind und sich somit nur schwer ein Urteil bilden können.

Zum Abschuß ein kurzer Steckbrief, worauf man, und vor allem frau, beim Laufschuhkauf achten sollte bzw. was für den Fachverkäufer wichtig ist:

1.   Alte Laufschuh beim Kauf eines Neuen immer mitbringen.
2.      Wieviel Stunden bzw. Kilometer laufe ich pro Woche?
3.      Wie alt ist mein jetziger Laufschuh?
4.      Gibt es Probleme beim/ durch das Laufen?
5.      Sind orthopädische Probleme bekannt?
6.     Laufbandanalyse!
7.   Was für einen Laufschuh möchte bzw. brauche ich (Wettkampfschuh, Trainingsschuh,...)
8.     Seriöse Vorauswahl durch Fachverkäufer; es sollten nicht mehr als fünf Paar Schuhe getestet werden; Verlust des Überblicks!
9.      Fachverkäufer kann bei Größenbestimmung hilfreich zur Seite stehen. Entscheidung muß man jedoch alleine treffen. („Jeder Fuß ist anders!“)
10. Alle in Frage kommenden Schuhe im „Feldeinsatz“ (vor dem Laden, etc.) testen.
11. Letztlich sich für den subjektiv besten und bequemsten entscheiden!
12. Beachte: Die Dämpfung eines Trainingsschuhs hält zwischen 800 und 1200km!

Axel (Finish Line Nürnberg)

© Dirk Wackernagel 1998-2003;Lauftreff Franken; E-Mail: dirk@lauftreff-franken.de