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100
miles in Hans-Dieters backyard
Ein Bericht von Markus Müller, Nürnberg |
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"In
a 100 mile race the physical power is 90%, the mental stuff are the
other 90%." (Quelle
unbekannt) |
Auf der Fahrt nach
Landwehrhagen nordöstlich von Kassel gelegen, regnet es . Abends während der
Nudelparty: Regen. Nachts Regen. Irgendwann muss es doch mal aufhören. Morgens
schaue ich aus dem Fenster ..............Regen!
Also bereite ich mich mental auf 161 km im Regen vor. Wenn es aufhört, auch
gut. Samstagmorgen 8:00h. Am Start 2 Läuferinnen und 22 Läufer. Weitere 6
Angemeldete hatten wohl schon vor dem Regen kapituliert. Mehr als 30 TeilnehmerInnen
waren nicht zugelassen. Mit dabei sind eine Amerikanerin und 3 Amerikaner.
Sie waren extra für diesen Lauf aus Chicago, Houston und Montreal eingeflogen:
"To run in Hans- Dieters backyard" wie Yen Nguyen aus Houston sagte.
Schon nach 2 km sind die Füsse nass. Der Weg ist ziemlich rutschig und matschig.
Erstes Verlaufen weil ich mich auf den ersten in der Gruppe verlasse. Lange
Zeit über den Wanderweg X 7 ( Herkulesweg) später X 4 (Frau Holle Pfad). Wir
werden von Helene und Dagmar versorgt. Immer wieder schlammige Passagen. Mal
geht es durchs Wasser weil eine Brücke fehlt dann wieder durch Gestrüpp. Der
Weg ist mal fester und besser mal schlechter, meist letzteres. Auf den Wald
folgen triefnasse Wiesenwege bis nach Landwehrhagen. Die erste 50 km Runde
geht nach 5: 45 zu Ende und eigentlich langt es schon. Aber in diese Richtung
will ich gar nicht weiterdenken. Michael Turzynski läuft schon wieder los,
als wir die Garage erreichen. Die ist das Basislager des 100 Meilen- Laufs.
Alle möglichen Leckereien von Schokoriegeln bis zu Bananen sind hier aufgebaut.
Aufwendigere Wünsche, wie warme Kartoffeln oder Suppe, werden prompt von Cordula
und Dagmar erledigt. Ich wechsle mein Unterhemd und fülle mein Camelback auf,
bevor es weitergeht.
Nur Vier unserer Sechser Gruppe machen noch weiter. Die zweite Runde führt
uns in die mittelalterliche Stadt Hann. Münden. Doch vorher hat Hans- Dieter
noch einen schwierigen matschigen und steilen Abstieg durch den Wald zur Versorgungsstation
Kragenhof eingebaut. Hier ist noch eine Hin-Rück Schleife von 1.9 km zu laufen
bevor es steil runter zum Fulda- Uferweg geht. Diesen Weg haben wir noch 3
mal zu laufen. Der enge kurvige Pfad ist mit vielen vor 3 Tagen umgestürzten
Bäumen gesät. Das hat Hans- Dieter gut organisiert! Kennt er doch fast alle
100 Meilen Läufe auf dem Nord -Amerikanischen Kontinent. Kurzer Stop an der
unbemannten Verpflegungsstation Mordsteine. Hier wurden vor 200- 300 Jahren
ein paar Leute abgemurkst. Also schnell weiter. Endlich die ersten Häuser
von Hann. Münden und somit Asphalt. Herrlich, ich sags euch. Durch die Fussgängerzone
zum Weserstein, der Zusammenfluss von Weser und Fulda. Hier ist richtig was
los. Viele Zelte, Boote und Camper stehen im strömenden Regen. Wesermarathon.
" Jeder macht den Sport den er verdient" sage ich zu Peter Schmidt und Peter
Rossow bevor wir den Camper mit Nadine und Susi erreichen. 3:15h haben wir
für nur 25 km gebraucht und sind, wann immer es ging, gerannt. Zurück ist
es relativ einfach, navigatorisch gesehen. Der Organisator hatte in wochenlanger
Arbeit die 161 km vorbildlich mit weissen Punkten versehen und sich mit Jägern
und Förstern angelegt.
Nach dem steilen Aufstieg kommen wir wieder nach Kragenhof und werden von
Gabriele und Jürgen empfangen. Eine Kragenhofrunde und dann wieder rauf durch
den noch schlimmer gewordenen Matsch nach Landwehrhagen. Das schaffen wir
gerade noch im Hellen. Wohl dem, der eine Sicherheits- Taschenlampe dabei
hat. Ein Läufer gibt deswegen auf. In der Garage wechsele ich wieder die Oberbekleidung.
Handschuhe, Mütze und Stirnlampe werden angezogen und aufgesetzt. Sooft habe
ich noch nie in einem Ultra die Kleidung gewechselt. Bei den Schuhen wäre
es hoffnungslos. Spätestens nach 4 km sehen die trockenen wieder genauso aus.
Frisch angezogen laufe ich in die Nacht. Wieder runter durch den Matschwald
nach Kragenhof. Nach der Hin-Rückrunde geht es diesmal Richtung Kassel an
der Fulda entlang. Ich verlaufe mich kurz, werde aber sofort misstrauisch,
da ich auf gut beleuchtetem Asphalt unterwegs bin. Also die 500 m zurück.
Nach 2 angenehmen km an der Fulda geht es in Spiekershausen hoch in den Wald.
Michael Turzynski liegt vor mir. Es folgt ein sehr schwieriges Stück mit vielen
umgestürzten Bäumen und einer Brücke mit fehlenden Latten. Und das alles im
Stockdunkeln! Irgendwann kommen wir wieder ans Fuldaufer. In der Ferne leuchtet
Kassel. 2 km über triefnasse Wiesen; wurde auch Zeit, denn schliesslich sind
die Füsse fast schon wieder trocken. Schrebergärten am Ortseingang von Kassel.
Über eine trotz später Stunde belebte Brücke zur Verpflegungsstation Massa.
Nadine und Susi warten schon. Ich bin der erste. Wo ist der, der vor Michael
und mir lief?
Nun geht es auf guten Fahrradwegen an der Fulda entlang. Blaulicht, Polizei
und Feuerwehr. Auf der Landstrasse links über mir ist ein grosser Baum umgestürzt.
Totalsperrung, aber nicht für mich. Ich gehe meist flott mit eingestreuten
Laufpassagen. Bäume schützen mich vor dem Regen und im Restlicht spiegeln
sich die grossen Pfützen, die sich nicht immer umgehen lassen. Über eine Holzbrücke.
Etwas weiter sehe und höre ich schon das Stauwehr. Hier geht es wieder steil
hoch zur Verpflegungsstation Kragenhof. Hier hat Helene die Ablösung für Gabriele
übernommen. Inzwischen ist es 2:00h morgens. Die letzte Kragenhof Runde, diesmal
mit Bodennebel.
Beim Aufstieg nach Landwehrhagen muss ich mehrmals im Matsch stehen bleiben.
Es ist wirklich sehr anstrengend hier. Der schmale Pfad hat sich in einen
kleinen Bach verwandelt und bei jedem Schritt werden mir fast die Schuhe ausgezogen.
Endlich erreiche ich den Waldrand. Ich muss bei dem leichten Bodennebel aufpassen,
den Rechtsabbieger nicht zu verpassen. Die letzten Meter wieder auf Asphalt.
Hier begegne ich Heike und Ihren Mitwanderern.
19:35h habe ich bis jetzt für die 138 km gebraucht. Nur ein kurzer Stopp an
der Garage. Wichtig ist vor allem eine frische Taschenlampe und trockene Handschuhe.
Die Sonne geht zwar in 1 ½ Stunden auf. Aber bis dahin kann man sich noch
oft verlaufen. Der Weg ist nun deutlich besser aber ein paar umgefallene Bäume
machen es mir diesmal schwer. Stocksteif krabble ich auf allen vieren unter
ihnen hindurch.
In langen Zick-Zack Bögen geht es bergab zu einer unbemannten Verpflegungsstelle.
Der Regen hat aufgehört. Fast unmerklich ist es inzwischen Hell geworden.
Wieder leicht bergauf. Endlich zum aller allerletzten Mal erreiche ich Kragenhof.
Jürgen wundert sich, wie lange ich gebraucht habe. Bernd Seitz ist auch hier.
Jetzt muss ich nur noch dieselbe Strecke 11km zurück. Werner Knaehrich kommt
mir entgegen. Er freut sich auch schon aufs Ende. An der unbemannten Verpflegungsstelle
treffe ich noch Michael der sich tapfer durchkämpft. Ich lasse es ruhig ausklingen,
möchte meine strapazierten Füsse nicht überlasten. Erst auf dem letzten Asphaltstück
setze ich zum Endspurt an. Ich rufe "Hallo hier bin Ich" in die Garage, um
die Helfer zu wecken. Den Camelback lasse ich zurück laufe wieder los zur
5ten und letzten Runde, der sogenannten Hunderunde. Zum Glück ist Sie mit
850 m nicht allzu lang.
Ich freue mich schon auf eine heisse Dusche und etwas Schlaf. Um 7:24h laufe
ich ins Ziel, der Garage.
Sonntag Mittag sitzen die schon Angekommenen zusammen und empfangen die Finisher bei Kaffee und Kuchen. Heike Pawzik kommt als einzige Frau nach 30:16h ins Ziel. Nicht schlecht mit einem 250km Rennen in Japan in den Beinen. Ein rundum gelungener 100 Meilenlauf geht zu Ende.
Besonders erwähnen
möchte ich noch alle HelferInnen die uns trotz Sauwetter so gut versorgt haben:
Als erstes Susi und Hans-Dieter Weisshaar die in wochenlangem Einsatz das
Rennen auf die Beine gestellt haben.
Cordula Häusler, Dagmar, Elisabeth Herms-Lübbe, Gabriele Holters, Helene Worbes,
Peter Rossow, Jürgen Abramink, Nadine Knaehrich, und Rüdiger Binsch.
Nochmals vielen
Dank an alle.
GERMAN
100 MILES Trail Race
Results May 4th 2002
100
Miles
24
Starter 10 Finisher 42%
|
1 |
Müller |
Markus |
37 |
|
23:24:42 |
|
2 |
Knaehrich |
Werner |
58 |
|
23:54:32 |
|
3 |
Turzynski |
Michael |
33 |
|
24:54:43 |
|
4 |
Seitz |
Bernd |
62 |
|
25:55:51 |
|
5 |
Weisshaar |
Hans-D. |
62 |
|
28:39:17 |
|
6 |
Schneider |
Hans-Arved |
48 |
|
29:08:45 |
|
7 |
Limacher |
Rich |
55 |
Chicago
IL |
29:49:15 |
|
8 |
Pawzik |
Heike |
38 |
|
30:16:12 |
|
9 |
Wolff |
Frank |
41 |
|
30:43:16 |
|
10 |
Binsch |
Rüdiger |
50 |
|
31:37:50 |
100 Kilometer Option
|
1 |
Häusler |
Franz |
46 |
|
12:43:00 |
|
2 |
Rossow |
Peter |
52 |
|
12:44:00 |
|
3 |
Schmidt |
Peter |
52 |
|
12:55:00 |
|
4 |
Köhler |
Hansi |
32 |
|
13:07:00 |
|
5 |
Tinnemann |
Guido |
39 |
|
14:46:00 |
|
6 |
Maisenbacher |
Jörg |
33 |
|
14:50:00 |
|
7 |
Hloucal |
Stephan |
50 |
|
15:14:00 |
|
8 |
Barthelmann |
Joachim |
51 |
|
15:18:00 |
|
9 |
Jünemann |
Arnd |
43 |
|
18:35:00 |
|
10 |
Nguyen |
Yen |
39 |
Houston TX |
22:41:00 |
|
10 |
Bennett |
Peter |
27 |
Houston
TX |
22:41:00 |
50 Kilometer Option
|
1 |
Volkmer |
Frank |
34 |
|
5:34:00 |
|
1 |
Becker |
Mattin |
50 |
|
5:34:00 |
|
3 |
Kingsford |
Colin |
50 |
Montreal
CAN |
5:49:00 |
© Markus Müller, Dirk Wackernagel 1998-2002; Lauftreff Franken;E-Mail: dirk@lauftreff-franken.de